SCALE-MX Best Practice Event im Technologiezentrum Augsburg

Datenräume als Schlüssel für die Produktion von morgen: Rückblick auf das SCALE-MX Best-Practice-Event in Augsburg
Datenräume sind in der Industrie angekommen. Beim SCALE-MX Best Practice Event in Augsburg wurde sichtbar, wie Unternehmen Daten heute nutzen, um Prozesse zu verbessern, Lieferketten robuster zu machen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Im Fokus standen konkrete Anwendungen, offene Herausforderungen und die Frage, wie Datenräume in der Praxis Mehrwert schaffen.
Impulse aus Strategie und Praxis
Roland Rosen zeigte, warum Datenräume zur Basis industrieller KI-Anwendungen werden können. Jan Fischer machte deutlich, wie sie bereits heute Produktion, Lieferketten und industrielle Wertschöpfung unterstützen.
Katharina Zipse zeigte am Demand and Capacity Management, wie Datenaustausch Lieferketten effizienter macht und Engpässe früher sichtbar werden lässt.
Besonders greifbar wurden die Potenziale datenbasierter Wertschöpfung durch drei Praxisbeispiele:
- Dr. Markus Weber zeigte am Beispiel von GMN Paul Müller, wie das Unternehmen durch den Einsatz von Gaia-X neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen und zusätzliches Umsatzpotenzial generieren konnte.
- Harald Gossner stellte ein neu entstandenes datengetriebenes Geschäftsmodell für die Halbleiterindustrie vor.
- Florian Krebs demonstrierte, wie Unternehmen der Luft- und Raumfahrt durch souveränen Datenaustausch die Qualitätssicherung verbessern und gleichzeitig regulatorische Anforderungen effizient erfüllen können.
Die Beispiele machten deutlich, dass Datenräume längst kein Zukunftskonzept mehr sind, sondern bereits heute konkrete wirtschaftliche Mehrwerte schaffen.
Zentrale Erkenntnisse aus den Workshops
Im Mittelpunkt der Nachmittagsworkshops stand die Frage, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Datenräume in der Breite erfolgreich eingesetzt werden können.
Dabei kristallisierten sich fünf zentrale Erkenntnisse heraus:
Daten teilen beginnt mit Vertrauen
Neben der technischen Infrastruktur braucht es insbesondere eine Kultur des Vertrauens und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Daten sicher und verantwortungsvoll genutzt werden können. Der kulturelle Wandel wurde von vielen Teilnehmenden als ebenso wichtig bewertet wie die technische Umsetzung.
Der Mehrwert muss sichtbar sein
Unternehmen sind dann bereit, Daten zu teilen, wenn dadurch konkrete Vorteile entstehen. Erfolgreiche Datenräume orientieren sich deshalb an klar definierten Anwendungsfällen und messbaren wirtschaftlichen Mehrwerten.
Standards und Interoperabilität schaffen die Grundlage
Gemeinsame Standards, hochwertige Daten sowie die Interoperabilität bestehender Systeme wurden als entscheidende Voraussetzungen identifiziert. Nur so können Daten über Unternehmensgrenzen hinweg effizient genutzt werden.
Regulatorik als Chance begreifen
Viele Diskussionen zeigten, dass Datenräume Unternehmen dabei unterstützen können, regulatorische Anforderungen nicht nur zu erfüllen, sondern daraus zusätzliche Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Wissen gemeinsam nutzen
Branchenübergreifende Zusammenarbeit, Wissensaustausch und die Entwicklung einer gemeinsamen Datenkultur wurden als zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft der datengetriebenen Industrie hervorgehoben.
Förderung für den Einstieg in Datenräume
Zum Abschluss stellte Dr. Mario Holesch den Data Space Accelerator vor. Die Studie unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, souveränen Datenaustausch anhand eines überschaubaren Use Cases kennenzulernen. Dabei untersucht sie, welche Faktoren die Teilnahme an Datenräumen fördern und welche Hürden Unternehmen aktuell noch beim Einstieg in industrielle Datenökosysteme sehen.
Gemeinsam die Industrie von morgen gestalten
Das Best Practice Event hat eindrucksvoll gezeigt, dass Datenräume ein zentraler Baustein für die digitale und vernetzte Industrie der Zukunft sind. Erfolgsentscheidend werden dabei nicht nur Technologien, sondern auch Vertrauen, Zusammenarbeit und die Bereitschaft sein, Daten als gemeinsamen Wertschöpfungsfaktor zu verstehen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Referierenden, Teilnehmenden und Partnern für den offenen Austausch, die spannenden Diskussionen und die zahlreichen Impulse. Gemeinsam gestalten wir den Weg zu einer vernetzten, resilienten und datengetriebenen Industrie.


